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Carlos Morgenstern

So hatte sich Carol das nicht vorgestellt, als er sich mit seinen Freunden entschlossen hatte sein Dorf zu verlassen und bei der Armee anzuheuern. Da sie bei der Bewerbung angaben, gemeinsam an der Front stehen zu wollen und als einfache Dorfjugend über keine besonderen Fähigkeiten verfügten, außer das sie durch die Landarbeit kräftig gebaut waren, durften sie sich nicht aussuchen, in welche Einheit sie wollten und wurden schlichtweg in das Bataillon für Belagerungswaffen befehligt, in dem sie von nun an Rammen schleppen mussten. Waffen wurden einem hier nicht gestellt, entweder man brachte eine eigene mit oder man hatte keine. Zu Beginn war Carol daher noch froh, dass er das Erbstück des Großvaters, nachdem er benannt war, mitgenommen hatte. Es war ein riesiger Morgenstern, den eine schmächtigere Person als Carol wahrscheinlich nicht einmal hätte tragen können.

Reisen und Abenteuer hatten sie ihnen versprochen und behauptet, ein jeder könne seinen Namen in der Geschichte verewigen. Pah! Nichts als Lügen!

Dies war nun Carols zweite Offensive, bei der er mitmarschierte und die Reisen bestanden bisher nur daraus, die schweren Rammen bei strömendem Regen aus Schlammlöchern zu hieven, nur damit diese 100 Meter weiter wieder im aufgeweichten Boden versanken. Die riesige Waffe behinderte Carol dabei nur und auch beim einzigen „Abenteuer“ bisher, als sie ein feindliches Dorf angriffen, konnte er sie natürlich nicht benutzen. Sie hatten ihren Rammbock bis zum Wall getragen und diesen damit demoliert, ohne viel vom Rest des Kampfes mitzubekommen , da sie nur vorne ein paar enge Sehschlitze hatten, durch die der Rammenführer heraussehen konnte, um den Rammbock zu dirigieren. Das einzig Gute an der schweren Waffe war, dass er sie nicht pflegen musste, denn im Gegensatz zu den Waffen der Kavallerie und Infanterie rostete der Morgenstern nicht. Und selbst wenn die Waffe rosten würde, hätte Carol sie nicht gepflegt. Wäre sie nicht ein altes Familienerbstück gewesen, hätte er das alte Mistding wahrscheinlich sowieso schon in einer Schlammpfütze liegen lassen. Nun kam für Carol und seine Rammkameraden die Zeit des zweiten großen Abenteuers. Sie erreichten das nächste feindliche Dorf. In einer Reihe wurden die Rammböcke nach vorne geschickt um die Mauer, die das Dorf umgab einzureißen. Wie beim letzten Mal marschierten sie nach vorne, ohne das Carol etwas vom restlichen Schlachtgeschehen mitbekam und als sie die Mauer erreichten, setzten sie ihre ganze Kraft ein, um die feindliche Mauer zu zerstören. Plötzlich jedoch zersplitterte das schützende Dach der Ramme als die Verteidiger auf den Mauen riesige Felsbrocken auf die Rammböcke warfen, die ihre Stadt bedrängten. Carol hatte Glück am hinteren Ende des Rammbockes zu stehen, da alle Reihen vor ihm von den herabstürzenden Trümmern zerschmettert wurden. Als Carol wieder zu sich kam, erkannte er, dass außer ihm die ganze Bedienungsmannschaft des Rammbocks, einschließlich der Kameraden aus seinem Dorf dieser Verteidigungslist zum Opfer gefallen waren und er der einzige war, der noch stehen konnte.

Außerdem hatte der Feind den perfekten Moment abgepasst, um die Felsbrocken von den Mauern fallen zu lassen, da er keinen intakten Rammbock mehr sehen konnte. Die Offensive verlief nun auch insgesamt sehr schlecht, da die anrückenden Kavallerie- und Infanterieeinheiten den stark besetzten Wall nicht erstürmen konnten.

Jedoch war der feindliche Holzwall durchaus schon stark beschädigt und wurde nur noch durch einige nun freigelegte Stützstreben daran gehindert, auf lange Strecke in sich zusammenzubrechen.

Mit dem Mut der Verzweiflung packte Carol seinen mächtigen Morgenstern und hub damit auf die Stützpfeiler ein. Durch das Gewicht der Waffe und der Kraft, mit der Carol seine Waffe schwang, entwickelte sich bei dem Aufprall eine solche Wucht, dass Carol mit jedem Schlag einen der freigelegten Hauptträger zerschmetterte. Der Holzwall brach ein, bevor die Verteidiger, die damit beschäftigt waren auf die anrückenden Truppen zu schießen, überhaupt merkten, was Carol tat. Die heranrückenden Truppen beschleunigten nun, da sie die Bresche in der feindlichen Palisade sahen, ihre Schritte, um diese zu erreichen, bevor die Verteidiger sie schließen konnten.

Wie durch ein Wunder blieb Carol beim Einsturz des Bollwerks unverletzt und erstürmte als Erster das gegnerische Lager. Heroisch fegte er den ersten Schwertkämpfer, der sich ihm entgegenstellte mit einem kraftvollen Schlag zur Seite. Leider war die langsame Waffe aber gegen mehrere Gegner eher uneffektiv und während Carol wieder zum Schlag ausholte, rammte ihm auch schon ein Speerträger seinen Speer in die Brust und Carol, der schon Heldenluft geschnuppert hatte, ging zu Boden, ohne einen weiteren Feind auch nur zu verletzen.

Nun konnten die Verteidiger auch noch problemlos die Lücke in ihrer Barrikade schließen da die angreifenden Truppen diese nicht schnell genug erreichten. Am Ende wurde die angreifende Armee vernichtend geschlagen. Nach der Schlacht kam der befehlshabende Paladin höchstpersönlich auf den schwer Verletzten Carol zu, der sich immer noch krampfhaft an seinem Morgenstern festkrallte, jedoch nicht mehr die Kraft hatte diesen, geschweige denn sich selbst, zu erheben. Er lobte und tadelte Carol für seine an Torheit grenzende Tapferkeit, im Alleingang ein vollbesetztes Dorf erstürmen zu wollen und erfragte seinen Namen. Danach setzte er persönlich sein Schwert an, um dem Schwerstverletzten einen qualvollen Tod zu ersparen. Den Morgenstern behielt der Paladin jedoch, für den Fall dass er selbst einmal wieder eine Rammenoffensive leiten musste, und benannte ihn nach Carol, denn diese Ehre hatte der Bauernjunge verdient...

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